OT: Tutta la vita davanti - Regie: Paolo Virzì
- Drehbuch: Francesco Bruni, Paolo Virzì - Kamera: Nicola Pecorini
- Schnitt: Esmeralda Calabria - Musik: Franco Piersanti - Darsteller:
Isabella Ragonese, Sabrina Ferilli, Massimo Ghini, Valerio Mastandrea,
Elio Germano, Micaela Ramazzotti, Tatiana Farnes, Caterina Guzzanti,
Valentina Carnelutti, Paola Tiziana Cruciani, Niccolo' Senni u.a.
- Sprecherin: Laura Morante - Italien 2008 - 117 min. - FSK: .. -
italienische OmU
Der Festivalhit TUTTA LA VITA DAVANTI
mit Italiens neuer Starkomikerin Isabella Ragonese in der Hauptrolle
nimmt den Überwachungswahn moderner Unternehmen aufs Korn.
Trotz einer brillanten Abschlussarbeit in Philosophie findet
Marta nur eine Arbeitsstelle in einem Callcenter. Hier geht
es einzig ums Verkaufen - und das möglichst immer mehr
und schneller. Um die Motivation der Mitarbeiter zu steigern,
greift der Chef zu grotesken Methoden. Bereits am Morgen wird
ein SMS-Weckruf verschickt, mit gemeinsamen Aerobic Übungen
und Singen geht es im Büro weiter, und Mobbing ist an der
Tagesordnung. Marta ist gut in ihrem neuen Job - aber sie macht
sich so ihre ganz eigenen Gedanken...
Paolo Virzì gelingt ein ironischer und entlarvender Blick
auf die sadistische Realität eines Callcenters. Mit Witz
und Einfühlungsvermögen schildert er die Probleme
der Mitarbeiter und feiert gleichzeitig die unbezwingbare Lebenslust
seiner Protagonisten.
"Eine temporeiche, pointierte Satire aus Italien über
modernes Arbeitsleben: Eine junge Promovierte durchlebt die
Horrorbandbreite eines Callcenters. Die preisgekrönte,
italienische Komödie treibt die Ära Berlusconi in
ein trashiges Delirium und setzt Funken der Rebellion frei."
(programmkino.de)
"Wie so oft in diesem Jahr, laufen die besten Filme wieder
parallel, darunter auch mein Lieblingsfilm im bisherigen Festival:
Schon in den ersten Minuten zieht TUTTA LA VITA DAVANTI von
Paolo Virzì die Zuschauer in seinen Bann. Ganz Rom verwandelt
sich vor den Augen von Marta, der Hauptfigur, in ein gigantisches
Ballett. Alle Passanten beginnen im Takt der Musik zu hüpfen,
die Busfahrt zur Arbeit wird zur Choreografie.
Dann setzt - wie bei Amelie - eine märchenhaft süße
Stimme aus dem Off an, die Geschichte zu erzählen. Aber
anders als bei Amelie geht es hier nicht um reisende Gartenzwerge
oder Liebeständeleien sondern um die 'ernsten' Seiten des
Lebens, die wirtschaftliche und mentale Existenz. Marta ist
die italienische 'Generation Praktikum'. Nach hervorragendem
Uni-Abschluss in Philosophie findet sie keinen Job. Schließlich
schlägt sie sich als Babysitterin und Teilzeit-Telefonverkäuferin
durch.
Wie eine Mischung aus Alice und Amelie betrachtet sie mit staunenden
Augen und philosophischer Gelassenheit den sektenähnlichen
Motivationskult und das Businessgehabe ihres Arbeitgebers, um
daraus ein Essay über Heidegger, das Teamverhalten in Call-Centern
und Big Brother zu schreiben. Besonders angenehm: Außer
Marta gibt es keine 'Guten' und 'Bösen'. Alle Figuren haben
ihre sympathischen und ihre dunklen Facetten."
(artechock.de; Filmfest München 2009)
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Le vicissitudini di una neolaureata nell'universo del lavoro
precario.
Marta è una ragazza colta, curiosa e taciturna, che trova
lavoro nel call-center di un'azienda che commercializza un elettrodomestico
futuribile e si avventura così in nuovo mondo fantasmagorico
di giovani telefoniste e venditori invasati, danze motivazionali,
jingle aziendali, premiazioni, applausi e penitenze concordate.
Un ritratto allegramente feroce, comico e amarissimo, della
società contemporanea narrata dallo sguardo curioso,
divertito e sgomento di una giovane filosofa.
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Marta presents a brilliant thesis in philosophy only to find
closed doors and a long series of "well call you"
interviews when she goes looking for her first job. Just when
she is desperately in need of money and totally discouraged,
a lonely little girl in the subway "chooses" her to
be her baby sitter. The child's struggling single-mother introduces
Marta into the world of call centers where anyone can get a
part-time job.
The profound and sensitive Marta is suddenly plunged into a
shocking new universe in her nerve-racking job at the multinational
call center. A noisy mad world where nothing seems to exist
outside the vast room where girls armed with headsets, computers
and telephones must get appointments for salesmen to sell, sell,
sell, fast, fast, fast. To get the adrenaline going, there are
morning aerobic warm-ups led by their lady supervisor, SMS wake-up
calls even at home, and the terror of being watched and mercilessly
fired in true "Big Brother" style at the first slip.
Yet the call center is above all the surreal pageant of characters
who work there. With all their sad compromises, petty frustrations,
betrayals and true suffering, the "philosopher" discovers
the real world, ordinary people, humanity in all its imperfection.
And with this discovery, the tremendous compassion we must all
have for human life in all its grotesque beauty.