| Berlin - Die Sinfonie der Großstadt (1927) |
| Regie: Walther Ruttmann - Drehbuch: Walther Ruttmann
(Konzept), Karl Freund (Konzept) - Idee: Carl Mayer - Kamera: Reimar
Kuntze; Robert Baberske; László Schäffer - Schnitt: Walther Ruttmann
- Musik: Edmund Meisel (bei der Uraufführung) - Dokumentarfilm - Deutschland
1927 - 69 min. - sw - (stumm) |
Vor 75 Jahren fand die Uraufführung von
Walter Ruttmanns BERLIN. DIE SINFONIE DER GROßSTADT (1927) statt.
Der Film hat unsere Sicht auf die moderne Großstadt und ihre
filmische Darstellung radikal verändert. Er ist kein populär-wissenschaftlicher
Kulturfilm, kein Städteporträt mit Postkartenansichten - eher
ein Dokument denn ein Dokumentarfilm, den es als Genre noch
nicht gab.
Als sogenannter Querschnittsfilm dokumentiert der Film detailgetreu
einen Tagesablauf im Berlin der 20er Jahre. Zu sehen sind fast
nur ungestellte Außenaufnahmen. Die Kamera sieht die Brötchen
auf einem Backblech in einer Bäckerei hüpfen, zeigt die Füße
der Arbeiter, die zur Arbeit schreiten, Soldaten und Rinderherden.
Sie verliert sich im Verkehr am Potsdamer Platz, steht inmitten
einer Kundgebung, bewegt sich auf eine Frau zu, die – die einzige
fiktive Szene des Films - Selbstmord begeht. Am Abend schließlich
halten die Maschinen in den Fabriken an, und die Stadt wechselt
ihre Kleider: Leuchtreklamen erhellen die Einkaufsstraßen und
werfen Licht auf Revuen, Theater, Kneipen und auf das abendliche
Glücksspiel.
Nach der Uraufführung am 23. September 1927 lobte die Kritik
vor allem seine neuartige Form: der einer Sinfonie nachempfundene
Querschnitt durch den Ablauf eines Tages, die den Rhythmus betonende
Montage, der Verzicht auf eine Spielhandlung und auf Zwischentitel.
Anhand präzise beobachteter Einzelerscheinungen erforscht Ruttmann
das Wesen der Stadt. Er verzichtet dabei auf eingefahrene Ansichten
und Wiedererkennbarkeit und verweigert sich vor allem der "Belehrungstaktik"
des zeitgenössischen Kulturfilms.
Viele Bildfolgen von BERLIN. DIE SINFONIE DER GROßSTADT sind
heute Metaphern für die Zwanziger Jahre, den Rhythmus und das
Tempo Berlins, die Lebensform Großstadt.
Tatsächlich ist die Idee eines panoramaartigen filmischen Städteportraits,
innerhalb dessen die Stadt selbst mit ihren verschiedenen Fassetten
Rhythmus und Handlung bestimmt, nicht ganz neu: Bereits 1926
drehte Alberto Cavalcantis in Frankreich mit Nichts als Stunden
(1926) einen "Stadtfilm" über Paris, einige Monate
später stellten Mikhail Kaufmann und Ilja Kopalin ihren Film
Moskau (1927) vor.
Hergestellt wurde Ruttmanns Berlin-Film von der Fox Europa Produktion,
der deutschen Filiale der amerikanischen Fox Film Corporation
- ihr Produktionsleiter Karl Freund war einer der fähigsten
Kameramänner des deutschen Films und Carl Mayer, der die Idee
zu dem Film beisteuerte, einer seiner kreativsten Drehbuchautoren.
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The external framework is the life of the metropolis from morning
until midnight. At first, one senses the atmosphere of the city;
a long-distance train travels through the suburbs, making us
increasingly aware of the proximity of the colossus, shots of
the journey, motion filmed with amazing technical skill, symbolize
our rushing towards the metropolis. The station, the dawn, Berlin!
Gradually it awakens.
The earliest workers sparsely populate the streets. It grows
in a crescendo, highlights fall on the centers of morning life,
on stations, factories, road junctions. Characteristic types
are captured everywhere. And like an accompanying tune, we have
sections from the private lives of big-city people, houses waking
up, apartments coming to life. Midday arrives, evening arrives,
again and again the objective fits to situations full of life,
stealing the heart of them. The photographer penetrates all
areas, all districts, all social classes. Night falls, sections
from the dark existence of Berlin, flashes of light over the
darkest periphery. Until the night gently covers over this incomparably
seething life with its calm veil of stars.
siehe auch:
TRONTHAIM |
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